USV-Geschäftsführer Thomas Prochnow warnt vor Kollaps

08.02.2011 15:27 von Frank Harnack

Eigentlich wollte der Stadtsportbund Halle (SSB) am vergangenen Freitag sein Veranstaltungskonzept für 2011 vorstellen. Doch das Thema der Pressekonferenz im Mitteldeutschen Medien Zentrum wurde kurzfristig geändert, und das aus gutem Grund. Noch nie in seiner Geschichte war der Sport in Halle in seiner Existenz derart gefährdet wie in der momentanen Situation.

 

Die in 2010 weitgehend ausgebliebene finanzielle Unterstützung der Vereine durch die Stadt und die für 2011 bereits angekündigte endgültige Einstellung der freiwilligen Leistungen für die Sportvereine durch die Kommune treibt die Vereine der Saalestadt in Richtung finanzieller Ruin. Dagegen wollen sich die Gemeinschaften zusammen mit dem Stadtsportbund aber zur Wehr setzen, und machten dies auf der heutigen Pressekonferenz auch deutlich.

 

Einer der Wortführer war dabei auch Dr. Thomas Prochnow, der Geschäftsführer des USV Halle und Vize-Präsident Leistungssport des SSB. Gemeinsam mit dem SSB-Präsidenten René Walther kündigte er die symbolische Rückgabe des Schlüssels, den der USV einst bei der Eröffnung des Sport- und Gemeinschaftszentrums in der Frohen Zukunft bekommen hatte, an Oberbürgermeisterin Dagmar Szabadosz (SPD) an. „Die Sportstadt Halle kann dann zugeschlossen werden. Den Vereinen steht das Wasser bis zum Hals", erklärte Prochnow und untermauerte das mit Zahlen aus dem USV-Etat. Von denen vom USV für 2010 bei der Stadt beantragten 57031 Euro Sportfördermittel hat die Kommune bis heute tatsächlich 448 Euro ausgezahlt. Abgelehnt wurden unter anderem die Anträge für den Mitglieder bezogenen Zuschuss (10.845 Euro) oder den übungsleiterzuschuss (5700 Euro) und den Betriebskostenzuschuss (8834 Euro). Die Förderung von Sportveranstaltungen im USV ist von einst 80.000 Euro (2003) auf 0 Euro gesenkt worden. „Diese Gelder fehlen im Etat, womit uns die Stadt förmlich zwingt, erneut über eine deutliche Erhöhung der Mitgliedsbeiträge nachzudenken, um die Ausfälle kompensieren zu können. Aber ist das denn den USV-Mitgliedern überhaupt noch zuzumuten?", fragt sich der USV-Geschäftsführer.

 

So wie dem USV geht es den meisten der halleschen Vereine. Einigen droht bereits die Insolvenz. Soweit ist es beim USV jedoch nicht, betont Prochnow. Gemeinsam mit den anderen Vereinsvertretern fordert der USV-Geschäftsführer einen Gesprächstermin mit der Oberbürgermeisterin.

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